Blockchain doch nicht mehr als ein Hype?

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Dezember 8, 2018
Blockchain doch nicht mehr als ein Hype?

Weniger Macht den Großen und Mächtigen. Stattdessen lieber Dezentralisierung bei der Dokumentation von Prozessen. Das sind für viele Enthusiasten der Blockchain die wichtigsten Gründe. Doch nicht nur der derzeitige Bärenmarkt, der unter sämtlichen Kryptowährungen herrscht, lässt immer mehr Nutzer, Anleger und vor allem technische Laien skeptisch werden. Auch die Tatsache, dass scheinbar gar nicht wenige Blockchain-Projekte bis dato rein gar keine Ergebnisse liefern. Ein Beitrag im Feuilleton der F.A.Z. stellt jetzt die Sinnfrage: Was ist aus der Blockchain geworden? Doch nicht mehr als ein Hype?

Ja, je niedriger der technische Wissensstand eines Menschen, desto größer der Mythos, der die Blockchain umwabert. Das Problem an technischen Neuerungen ist immer dasselbe: wenn zu viele Menschen, die nicht verstehen, um was es geht, Entscheider sind, weckt das auf Anbieterseite Begierden. Kein Wunder also, dass Agenturen und Start-ups aus dem Boden sprießen, die Wirtschaft wie Politik gleichermaßen den Blockchain-Himmel auf Erden versprechen. Mit Begriffen um sich werfen, die selbst Ihresgleichen nicht immer hundertprozentig verstehen.

Nüchtern betrachtet nicht mehr als „solide Mathematik mit einem Schuss Informatik“

Die Autoren definieren die Blockchain in ihrem Beitrag im Feuilleton der F.A.Z. als „solide Mathematik mit einem Schuss Informatik“. Eben einfach eine Liste von Datensätzen, den sog. Blöcken. Kontinuierlich erweiterbar und miteinander verkettet. Eine „Chain“, zu Deutsch „Kette“. Dabei baut jeder Block auf dem vorherigen auf bzw. ist von ihm abhängig. Somit sollen die einzelnen Blöcke vor ungewollter Veränderung – man könnte es auch Manipulation nennen – geschützt sein. Dass dies nicht alleine dadurch gewährleistet werden kann, zeigen gerade bei den wohl bekanntesten Blockchain-Anwendungen – den Kryptowährungen – diverse 51%-Attacken der Vergangenheit.

Doch dass die Blockchain bei näherer Betrachtung doch nicht so langweilig ist, wird dann auch den beiden F.A.Z.-Autoren klar. Schließlich könne man „alles Digitalisierbare als Transaktion innerhalb eines Blocks abspeichern“. Sozusagen ein „Notariat der Moderne“.

Blockchain-Branche undurchsichtig

Forscher aus Entwicklungshilfeorganisationen wollten jetzt wissen, inwiefern sich die Blockchain Technologie für die internationale Zusammenarbeit von Entwicklungshilfeorganisationen nutzen lässt. Die Versprechen der Blockchain Start-ups – Vertrauen ohne Notar, dezentrale und sichere Prozessdokumentation und das Einsparen von bis zu 90 Prozent der Kosten – stoßen natürlich gerade bei Entwicklungshilfeorganisationen auf großes Interesse.

John Burg, Christine Murphy und Jean Paul Pétraud von der amerikanischen Entwicklungshilfeorganisation USAID wollten es genauer wissen. Halten die Blockchain Start-ups, was sie versprechen? Welche Empfehlungen können hinsichtlich des Einsatzes der Blockchain Technologie an internationale Organisation gegeben werden?

Die drei Experten hielten auf der MERL Tech DC 2018 eine einstündige Session. Während dieser Session berichteten sie von ihrer Recherche. Mittels Suchmaschinen recherchierte das Trio 43 passende Anwendungsfelder der Blockchain Technologie. Sie fanden „eine Großzahl von Pressemitteilungen, White Papers und überzeugend geschriebenen Artikeln“, so die drei Experten. Jedoch hätten sie nicht eine einzige Dokumentation darüber oder Beweise dafür gefunden, dass die Blockchain Technologie die angepriesenen Ergebnisse lieferte.
Trotz aller angepriesener Transparenz und Offenheit dank Blockchain Technologie – die Branche selbst sei sehr undurchsichtig, so die drei Experten. Auf direkte Nachfragen per Mail oder Telefon habe nicht ein einziges der Blockchain Start-ups reagiert.

Nur jedes zweite ICO Start-up schafft mehr als ein Tertial

Auch ICO Start-ups trauen nur wenige wirklich Erfolg zu. Eine Studie gibt den Kritikern jetzt recht. Hugo Benedetti und Leonard Kostovetsky von der Carroll School of Management des Boston College haben über 4.000 der ICO Start-ups, die seit Anfang 2017 gegründet wurden, untersucht. Heraus kam: Gerade einmal knapp 44 Prozent der ICO Start-ups, die erfolgreich Geld einsammeln konnten, haben länger als vier Monate überlebt. Vom Rest war schon vor Ablauf eines Tertials nichts mehr zu hören.

Was bleibt?

Der große Reiz der Blockchain Technologie liegt sicherlich neben der sicheren Prozessdokumentation vor allem in der Dezentralisierung solcher Prozesse. Eine zentrale Koodinierungsstelle ist nicht mehr von Nöten. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren wuchs die Attraktivität einer solchen dezentralen Idee. Die Finanzkrise 2008 brachte dem gesamten Bankensystem einen immensen Vertrauensverlust ein. Durch die Dezentralisierung wurde die Machtfrage neu gestellt.

Nehmen wir das Beispiel Bitcoin: Theoretisch gesehen löst jedes Mal ein anderer Rechner einen neuen Block aus. Somit wird niemand zu dem Großen und Mächtigen. Ein Zentrum der Macht? Fehlanzeige. Doch in der Praxis sieht es auch in der Welt der Kryptowährungen ganz anders aus. Große Rechenzentren lösen die mathematischen Aufgaben schneller und können somit auch schneller und mehr Blöcke erzeugen. Der kleine Mann respektive Laptop hat also gegen den Hochleistungsrechner wieder einmal das Nachsehen.

Dieses Beispiel zeigt, dass trotz fehlendem Steuerorgan, der Stärkere gewinnt. Die theoretische angedachte Gleichverteilung bleibt am Ende doch nur Theorie. Wen wundert es also, dass eine Untersuchung des Portals howmuch.net herausfand, dass ca. vier Prozent der Adressen ca. 96 Prozent des gesamten Bitcoin Vermögens gehört.

Und so kommt auch der Artikel in der F.A.Z. zum Schluss, dass die Blockchain Technologie im Fall des Bitcoin an der Herausforderung scheiterte, „Machtzentren und Angriffspunkte zu verhindern“. Ein weiteres Problem sind die zahlreichen Agenturen und Start-ups mit ihren leeren Versprechungen. Zeit für weniger Hype und mehr realistische Projekte.

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