ETC unter Beschuss – 51%-Angriff auf Ethereum Classic

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März 20, 2019
ETC unter Beschuss – 51%-Angriff auf Ethereum Classic

Der Worst case ist eingetreten. Am Wochenende fiel Entwicklern bei Coinbase etwas Ungewöhnliches auf: die Reorganisation von über 100 Blöcken in der Blockchain. Mehr als die Hälfte der Miner produzierte Double Spends. Ein typischer 51%-Angriff. Zur Sicherheit wurden vorerst sämtliche Ethereum Classic Transaktionen eingefroren.

Was ist passiert?

Am 07. Januar veröffentlichte Coinbase – Amerikas größte Bitcoin-Börse – man habe eine Reorganisation der Blockchain entdeckt. Die Angreifer hätten es geschafft, insgesamt 13 Blöcke zu reorganisieren. Bislang wurden Double Spends in Höhe von 219.500 ETC entdeckt, was einer Summe von über 960.000 Euro entspricht.

Dem Blog zufolge wurde Coinbase bereits zwei Tage zuvor, also bereits am 05. Januar, auf Ungereimtheiten aufmerksam. Erste Double Spends hätte es allerdings erst am darauffolgenden Tag, dem 06. Januar, gegeben.

Was sind eigentlich 51%-Angriffe?

Die Infrastruktur einer auf Blockchain basierenden Kryptowährung besteht aus den Wallets der User, den User Interfaces, den Minern und den Nodes. Während die Nodes das Netzwerk aufrecht erhalten und den Transaktionsverkehr verwalten und damit garantieren, dass alle Transaktionen den Regeln entsprechen, fassen die Miner sämtliche Transaktionen zu Blöcken zusammen und hängen diese an die Blockchain.
Bei der 51%-Attacke schafft es der Angreifer, mehr als 50% der Miner zu stellen. Was bei Bitcoin und Ethereum sehr teuer wäre, ist bei kleineren Coins wie Ethereum Classic durchaus bezahlbar. In der Vergangenheit sind beispielsweise Auroracoin und Bitcoin Gold bereits mittels 51%-Angriff attackiert worden.

Mit der Mehrheit der Hashpower kann ein solcher Angreifer nun eine verdeckte, alternative Blockchain erzeugen, die er in einem günstigen Moment gegen die öffentliche Blockchain austauscht. Dadurch dass alle Knoten im Netzwerk die Regel befolgen, dass die Kette mit der meisten Proof of Work (PoW) gültig ist, werden die alten Blöcke gelöscht und durch die neuen ersetzt.

Solange ein solcher Angreifer nun die Kontrolle hat, kann er – wie aktuell bei Ethereum Classic der Fall – sog. Double Spends durchführen. Dabei tauscht der Angreifer sozusagen Coins, die auf der offenen Blockchain gültig sind, gegen andere Kryptowährungen oder macht die Transaktionen rückgängig und lenkt sie zum eigenen Wallet um. Weiterhin wäre die Verhinderung von Transaktionsbestätigungen ebenso denkbar wie das Aussperren anderer Miner, um das Ausspielen gültiger Blöcke zu verhindern.

Ein solcher 51%-Angriff ist für alle das Worst Case Szenario, weshalb die Börsen auch die Blockchains der Kryptowährungen sehr genau beobachten.

Welche Konsequenzen ziehen die Börsen?

Sowohl Coinbase als auch die Krypto Börse Kraken froren in Folge dieser 51%-Attacke sämtliche Ethereum Classic Transaktionen ein. Man werde die „Situation beobachten, aber ETC erst dann wieder online stellen, wenn man der Meinung sei, dass dies sicher ist“, so der offizielle Vorfallsbericht von Kraken. Die Börse folgte darüber hinaus einer Empfehlung der Community und beschloss, die Bestätigungen für Transaktionen auf 500 hochzuschrauben.

Wie reagiert die Community?

Während sich Ethereum Classic durch die Erhöhung der Transaktionsbestätigungen eine sicherere Blockchain erhofft, ist die Community eher verärgert. Seth Hahn beispielsweise twitterte als Reaktion auf die Bekanntgabe durch Ethereum Classic: „ETC ist tot. Minderheiten Coins sind nicht sicher.“

Für einen anderen Twitter Account – @TokenXen – hingegen ist das Verhalten von Coinbase sogar fragwürdig. Er twittert: „Anstatt direkt mit ETC am 5. Januar Kontakt aufzunehmen, warteten sie bis zum 7. Januar, um es zu veröffentlichen? Interessant…“
Charlie Lee, der Schöpfer von Litecoin, warnte indes seine Anhänger. Bereits für 5.000 US-Dollar könne man ETC eine Stunde lang angreifen.

Gibt es Alternativen?

Für Ripple ist der 51%-Angriff auf Ethereum Classic ein gefundenes Fressen. David Schwartz, Chief Technology Officer bei Ripple Labs und als „JoelKatz“ eine durchaus respektierte Stimme innerhalb der Szene der Kryptowährungen, nutzte die Gunst der Stunde, um noch einmal auf die Vorzüge von XRP hinzuweisen: „Eine andere PoW-Blockchain erleidet einen Double Spend Angriff, diesmal ETC. Das verteilte Vertragsprotokoll von XRP Ledger eliminiert dieses Risiko.“

Dem setzte Ripple Skeptiker Rob Paone, bekannt auch als „Krypto Bobby“, entgegen, dass „aufgrund der potenziell zentralisierten Natur das Ripple Ledger vielleicht sehr anfällig für Regierungen, Regulierungsbehörden und Dinge dieser Art sei.“
Brad Garlinghouse, Chief Executive Officer bei Ripple Labs, entgegnete dem wiederum, dass diese Kritik schlichtweg falsch sei und dass die „Menschen zu viel Angst, Unsicherheit und Zweifel verbreiteten und dass es zu viele Fehlinformationen über XRP“ gäbe.

Fazit

Der aktuelle Angriff zeigt einmal mehr, was auch Tech-Guru Tim Swanson meint: Proof of Work Blockchains können die Endgültigkeit einer Abrechnung nicht garantieren. Eine Blockchain ist unsicher, wenn sie nicht die Mehrheit der Hashpower vereinigt. Bei Auroracoin und Bitcoin Gold waren es Konglomerate von Grafikkartenminern. Im Fall von Ethereum Classic könnten es auch ASIC-Miner gewesen sein. Grund für Ethereums Pläne, ASICs zu verbieten? Wohl eher nicht, denn diese Pläne wurden bereits am 04. Januar beschlossen. Ein neuer Algorithmus namens ProgPoW würde ASICs blockieren und das Mining mit herkömmlichen Rechnern wieder profitabel machen.
Bleibt am Ende nur, dass der große Vorteil der Blockchain der ist, dass alles transparent ist. Wir können die Blockchain beobachten und so Ungereimtheiten recht schnell entlarven.

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