WhatsApp Währung – Facebook bringt eigene Stablecoin

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Dezember 27, 2018
WhatsApp Währung – Facebook bringt eigene Stablecoin

Jetzt ist es also raus: Facebook wird 2019 eine eigene digitale Währung auf den Markt bringen. Eine sog. Stablecoin. In erster Linie für den 2014 von Facebook aufgekauften Messenger Dienst WhatsApp. Aber mit 1,5 Milliarden Nutzern weltweit keine kleine Zielgruppe. Doch man will sich wohl erst einmal nur auf Indien konzentrieren. Die Gründe? Lest ihr jetzt hier bei uns.

Erst brodelnde Gerüchteküche, jetzt Gewissheit

Noch vor wenigen Tagen erst brodelte die Gerüchteküche, Facebook plane in Krypto- und Blockchain Know-How zu investieren. Zwar hatte das Unternehmen seit Anfang des Jahres Werbeanzeigen für Kryptowährungen und ICOs abgelehnt. Doch in den vergangenen Wochen waren Stellenausschreibungen aufgetaucht, in denen das Unternehmen nach Blockchain-Experten suchte. Man suche „einen erfahrenen Leiter, der ein neues Produktmarketing-Team aufbaut und leitet, das sich auf die Erkundung der Möglichkeiten der Blockchain konzentriert“.

Kurz vor Weihnachten dann die Gewissheit: Facebook bringt eine eigene Stablecoin. Wie Bloomberg berichtet, entwickle das Unternehmen derzeit eine Stablecoin, die an den US-Dollar gekoppelt sein soll. Facebook sei aktuell allerdings noch weit davon entfernt, die Münze bereits zu launchen. Man arbeite derzeit noch an der Strategie, einschließlich eines Plans für das Depotvermögen oder regulärer Währungen, die gehalten werden, um den Wert der stabilen Münze zu schützen, so interne Stimmen.

Schon lange wurde erwartet, dass Facebook einen Schritt Richtung Finanzdienstleistungen unternimmt, nachdem man den ehemaligen PayPal Chef David Marcus einstellte. Es gab seitdem ein wachsendes Team aus Experten, die sich mit der Blockchain auseinander setzten. Unter der Leitung von David Marcus. Zudem wurde im vergangenen Monat die Möglichkeit geschaffen, Litecoin via Messenger zu versenden.

Was ist Stablecoin?

Stablecoins sind weitaus weniger volatil als gewöhnliche Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin oder Ethereum. Der Name sagt es ja auch schon: es geht den Stablecoins um mehr Stabilität. Stablecoins sind Kryptowährungen, die die Auswirkungen von Preisschwankungen minimieren sollen. Sie versuchen, als Wertspeicher und Rechnungseinheit zu fungieren.

Um die Volatilität zu minimieren, kann der Wert einer Stablecoin an eine Währung oder an gehandelte Waren (z.B. Edelmetalle oder Industriemetalle) gekoppelt werden. Stablecoins, die direkt durch Währungen oder Rohstoffe abgesichert sind, sollen zentralisiert sein. Wohingegen die gewöhnlichen Kryptowährungen als dezentral bezeichnet werden.

Die allermeisten Stablecoins korrelieren zum US-Dollar und peilen in der Regel eine 1:1 Abbildung an. Beispiele für Stablecoins sind u.a. Stably, Tether, Stasis, Sweetbridge, Kowala, Saga etc. Ein Stably beispielsweise, der zum US-Dollar korreliert, ist demnach entweder mehr oder weniger Wert als ein US-Dollar.

Es gibt unterschiedliche Arten von Stablecoins. Da sind zum einen die Fiat gedeckten Stablecoins. Die meisten Stablecoins sind fiat-gedeckte und von ihnen orientieren sich die meisten am US-Dollar. Während der letzten Bitcoin Hard Fork, die zu Bitcoin Cash führte, stieg die Unsicherheit bei vielen, was wiederum zum kurzfristigen Tausch in Tether führte.

Dann gibt es noch die von Kryptowährungen gedeckten Stablecoins wie beispielsweise Augmint oder Sweetbridge. Oder solche mit algorithmischer Deckung wie zum Beispiel Basis, Fragments oder Kowala. Darüber hinaus findet man auch noch hybride Stablecoin Modelle wie beispielsweise Saga und alternative Modelle wie Phi oder Celo. Wer hierzu mehr wissen möchte, einen guten Überblick über Stablecoins bietet der Stablecoin Index.

Zuckerberg interessiert sich vor allem für Indien

Wie Bloombergs Quellen berichten, fokussiere man sich wohl zunächst nicht auf alle 1,5 Milliarden WhatsApp Nutzer weltweit. Lediglich der rasant wachsende Markt Indiens scheint für Facebooks Stablecoin von Interesse zu sein.

WhatsApp ist in Indien mit über 200 Millionen Nutzern auch durchaus sehr beliebt. Doch dass die Entscheidung auf Indien fällt, hat einen ganz anderen Grund: das Land ist nämlich in Sachen Überweisungen weltweit führend – die Menschen schickten laut Weltbank Report 2017 69 Milliarden US-Dollar nach Indien. Kein Wunder, dass sich ‚Zuck‘ mit einer eigenen digitalen Währung also erst einmal an die Überweisungs-Weltmeister wendet.

2017 war das Jahr für Stablecoins

2017 haben Projekte im Zusammenhang mit Stablecoins einen regelrechten Boom erlebt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt gab es laut stable.report über 120 Projekte, die sich auf dieses Thema bezogen. Das Konzept wurde entwickelt, um eine digitale Münze zu schaffen, die bei täglichen Einkäufen viel einfacher zu verwenden ist, da sie stabiler ist als Kryptowährungen wie Bitcoin.

Die Idee hat sich in der Praxis jedoch als schwierig erwiesen und in den letzten Wochen wurde lediglich ein Projekt fertiggestellt. Eine Stablecoin namens Basis schloss kürzlich nach nur acht Monaten.

Die wohl bekannteste Stablecoin, Tether, ist ebenfalls umstritten. Während die Ersteller von Tether sagen, dass jeder ihrer Token von einem US-Dollar hinterlegt ist, hat die Weigerung des Unternehmens, geprüft zu werden, die Frage aufgeworfen, ob dies wirklich der Fall ist.

Facebooks Chancen

Facebook hat mit 2,5 Milliarden Nutzern weltweit und einem Jahresumsatz von mehr als 40 Milliarden US-Dollar sicherlich deutlich mehr Erfahrung bei der Bewältigung regulatorischer Fragen als bisherige Stablecoin Projekte. Das Unternehmen wäre damit das erste große Technologieunternehmen, das ein solches Projekt lanciert. In Indien gibt es derzeit 480 Millionen Internetnutzer, an zweiter Stelle nach China. Laut Forrester Research Inc. soll diese Zahl bis 2022 auf 737 Millionen ansteigen. Enorme Wachstumschancen also für Facebook.

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